Minerva
Kal:
17.29. 
  
Rolex Kaliber 1570 vs. Omega Kaliber 1021


G.Schmidt    No. 006

G.Schmidt No. 008
Springende Minutenzähler
Uhrengläser aus YAG
G.Schmidt mit Kaliber
736-3
von La Joux-Perret


Hand-
gefertigte
Uhren-
armbänder

G.Schmidt
Chronograph mit Kaliber
108VCC
G.Schmidt
No. 11
Chronograph mit Kaliber
Venus 188

Handgeferigte Armbanduhr mit 8-Tage-Werk
Kaliber Angelus SF-N9
Restauration eines Chronographen von Minerva mit dem Kaliber 13-20


Restauration eines Chronographen von Hanhart mit dem Kaliber 40

 

 

 

 

Restauration eines Chronographen von Minerva mit dem Kaliber 13-20

Chronograph mit beweglichen Bandanstößen von 1941
Gehäuse aus Edelstahl
Lederarmband aus Straußenleder

Kaliber 13-20

 

Vor einigen Jahren hatte ich einem Uhrmacher eine Dose mit diversen Teilen einer Minerva-Uhr abgekauft und bei die Ersatzteile gestellt. Kürzlich ist die Dose wieder aufgetaucht. Zwischen den Jahren fand ich nun endlich Zeit um aus diesen Teilen wieder eine Uhr zu fertigen.

 

 

 

 

 

            

 

                  Der Nachbau der beweglichen Bandanstöße


Das größte Problem bei dieser Aktion war das Gehäuse. Es fehlten die beweglichen Bandanstöße und die Deckkappe für den mit einem Schlitz versehenen Ansatz am Gehäuse. Diese Teile habe ich aus Edelstahl neu angefertigt.
Normalerweise haben Gehäuse mit beweglichen Bandanstößen am Gehäuse einen Ansatzt mit Bohrung an dem die Bandanstöße mit einem Stift befestigt werden. Diese Konstruktion dagegen ist ungewöhnlich, da sie aus drei Teilen besteht. In den Ansatz mit Aussparung am Gehäuse wird die Deckkappe gesetzt. Durch das am Mittelteil der Deckkappe angebrachte Röhrchen wird dann der Haltestift für die beweglichen Bandanstöße geschoben.

Die Original Konstruktion müsste so ähnlich ausgesehen haben wie mein Nachbau, mir ist jedenfalls keine andere Lösung eingefallen.
Für einen Hinweis wie die Original Konstruktion ausgesehen hat wäre ich dankbar, da ich eine solch komplexe, eigentlich unsinnige Konstruktion aus drei Teilen im Original noch nie gesehen habe.

                                                                                  Das Gehäusefragment

 

                                                                     Die neuen Bandanstöße und Deckkappen

 

                                                                                     

Das Kaliber 13-20 wurde um 1923 als Chronograph mit einem Drücker, in Zusammenarbeit mit Dubois-Depraz, entwickelt und war um 1940 auch als Chronograph mit zwei Drückern erhältlich.  Das Uhrwerk ist, auch nach 80 Jahren, noch immer hochpräzis. Welches Basisuhrwerk verwendet wurde ist mir nicht bekannt, eventuell handelte es sich ja auch um eine komplette Neuentwicklung.

Das Kaliber 13-20  von Minerva ist an den ungewöhnlichen Positionen der Drücker zu  erkennen. Der untere Drücker befindet sich zwischen Krone und Bandanstößen bei 30°, der Obere bei 38°.

Dieses Werk mit der Werknummer 1 5XX XXX und der Gehäusenummer 49X XXX dürfte aus dem Jahr 1941 stammen. Also eines der ersten Werke mit zwei Drückern. Im Laufe der Zeit wurde das Werk mindestens zweimal überarbeitet, was zu Folge hat, dass nicht alle Teile 1:1 austauschbar sind. Herz - und Blockierhebel, die in der Dose lagen, passten jedenfalls nicht! Die Aufnahme beim Blockierhebel hatte einen zu großen Durchmesser und beim Herzhebel war der Durchmesser der Ansatzschraube zu gering, was zur Folge hatte, dass der Druck auf den Schalthebel, der sich nur minimal bewegt,  nicht ausreichte um den Herzhebel sicher in die Endposition zu bringen. Diese Teile mussten also angepasst werden.

Da auch die Federn zu den beiden Hebeln und die Friktionsfeder von Chrono-Zentrumsrad fehlten, habe ich sie nachgebaut weil sie nirgends zu bekommen waren.

Diese Zwei- Drücker- Konstruktion, von einem durch Federdruck in Ruhestellung gehaltenem Herzhebel, im Zusammenspiel mit dem Blockierhebel und dem Schalthebel, ist bei dem Kaliber 13-20 , meiner Meinung nach, nicht optimal gelöst.

 

                          

 

 

                                                              Das Werk mit der Werknummer 1 5XX XXX

                                                                             Gehäusenummer 49X XXX

                                                                                   Das Innenleben

 

 

                                                                                 

                                       Die fehlenden Teile

 

 

                                                                         Die Federn im Rohbau

                                                                                Die neuen Federn

 

 

Da eine Ansatzschraube mit geeignetem Durchmesser für den Herzhebel nicht vorhanden war, musste eine Buchse gedreht werden, mit einem Innendurchmesser von 0,6 mm und einem Außendurchmesser von
0,68 mm. So wird aus einer normalen Schraube eine Ansatzschraube. Die Wurzelkanalfeile diente beim Abstechen der Buchse als Halter.

                                                                                 

                                           Die neue Friktionsfeder aus Federbronze für das Chronozentrumsrad

 

                                                                   Und jetzt geht alles in die Reinigungsmaschine

 

 



Technische Daten

Gehäuse: 

Edelstahl, dreiteiliger Aufbau
Plexiglas

Länge:  48,00 mm
Durchmesser:  34,00 mm
Höhe:    12,00mm

Krone:
Edelstahl


Boden:
Edelstahl

Werk:

Minerva 13-20

18000 Halbschwingungen pro Stunde
• Schweizer Anker
• Breguet-Spirale (gebläut)
• Bimetallische Unruh, 2-schenklig
Gangreserve 50 Std.

Zeiger:
Stunden- und Minutenzeiger aus gehärtetem und gebläutem Stahl


Gerhard Schmidt
Januar 2022

                                                                              

                                                                              

Die Uhrenmanufaktur Montblanc / Minerva

 

Das Kaliber 13-20 wurde vor einigen Jahren von Montblanc, CNC kompatibel, neu aufgelegt und firmiert jetzt unter der Bezeichnung 13-21.  Das neue Werk gibt es nur mit einem Drücker.


Selbst nach der Einführung des aktualisierten 13-21-Derivats produzierte (oder überholte) Minerva weiterhin gelegentlich das  Kaliber 13-20. So verwendete Panerai, in einer limitierten Serie, ein aufgearbeitetes Kaliber 13-20 in ihren Panerai Ferrari 00024-Chronographen und nannte es „Panerai OP XXVIII“. Auch in die PAM 518 wurde das 13-20 eingeschalt.

https://www.watchprosite.com/collectors-market/sold-panerai-ferrari-cronografo-oro-rosa/712.1163066.9155516/

https://paneraimagazine1.rssing.com/chan-10675077/all_p6.html

 

 

            

 

 

 


 

 

                                                         

 

 

 

http://www.schild-eterna.de

© Gerhard Schmidt 2016